Firma Town & Country: Nur wer an die „Town & Country Stiftung“ zahlt, darf als Franchisepartner einsteigen

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Kennen Sie Town & Country Haus (T&C)? Diese Firma verkauft bundesweit Ein- und Zweifamilienhäuser – und nutzt gleichzeitig eine clevere Strategie, um die von den Firmengründern geschaffene Town & Country Stiftung mit zusätzlichen Geldern zu versorgen. Und das geht so: Die Firma arbeitet mit Franchise-Nehmern zusammen. Das sind Betriebe, die in Kooperation mit T&C Häuser bauen und vermarkten. Sie dürfen den Markennamen nutzen, werden beim Einkauf unterstützt und durch Beratung gefördert. Im Gegenzug zahlen sie Gebühren an T&C. Ein beliebtes Geschäftsmodell, das auch von McDonald’s oder der Backwaren-Kette Kamps genutzt wird. Allerdings: T&C verpflichtet  ihre Franchisepartner zusätzlich, 10.000 Euro an die gemeinnützige Town & Country-Stiftung zu zahlen. Die Stiftung werde getragen, indem die „Lizenzpartner der Stiftung regelmäßig Mittel zur Verfügung stellen, ohne die eine sinnvolle Stiftungsarbeit nicht möglich wäre“. So steht es auf der Stiftungs-Homepage. Die Stiftung unterstützt zum einen Bauherren und Hauseigentümer, die unverschuldet in Not geraten sind. Zum anderen fördert sie Kinder, „die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen“. Einmal im Jahr gibt es eine Gala, auf der der T&C-Stiftungspreis verliehen wird. Die T&C-Stiftung tut also Gutes. Das sorgt für positive Schlagzeilen und schafft Imagegewinn, von dem – so dürfen wir annehmen – auch die T&C-Firma und ihre Franchisepartner profitieren. Und alles ist vom Gesetzgeber erlaubt. Professor Rainer Hüttemann, Experte für Gemeinnützigkeitsrecht an der Uni Bonn, schränkt lediglich ein: Die Franchisepartner dürften ihre Zahlungen an die Stiftung nicht als Spende steuerlich geltend machen. Es handele sich stattdessen um „abziehbare Betriebsausgaben“. Die Stiftung teilt auf Anfrage mit, sie habe 2018 „mehr als 1,2 Millionen Euro“ an Spenden eingenommen. Wie viel die Franchisepartner gezahlt haben, möchte sie nicht sagen. „Schon der Titel der von Ihnen intendierten Veröffentlichungsplattform ist uns Anlass genug, auf die Beantwortung weiterer Fragen zu verzichten“, schreibt die Pressestelle der Stiftung. (Foto: Screenshot von der Homepage der Town & Country Haus Lizenzgeber GmbH)