Friede Springer will Groß-Stiftung gründen – noch mehr Macht für die Springer-Erbin?

Bilder

Bild-Zeitung-IMG_0752

Wie die FAZ in ihrer Online-Ausgabe am 15. 2. 2016 berichtet, plant Friede Springer, Erbin des Großverlegers Axel Cäsar Springer, ihre Unternehmensanteile in eine Stiftung einzubringen. Als Vorbild soll die gemeinnützige Krupp-Stiftung dienen, die großen Einfluss auf die ThyssenKrupp AG ausübt.  Friede Springer besitzt laut Pressebericht etwa 52 Prozent der Springer-Aktien, ihr Vermögen wird auf vier Milliarden Euro geschätzt. Der Springer-Konzern (Bild, Welt, N24, digitale Medien)  beschäftigt 14.000 Menschen, der Umsatz liegt bei drei Milliarden Euro.

Setzt sich die Springer-Witwe durch, so entsteht eine weitere, vom Steuerzahler hochsubventionierte Groß-Stiftung. Was diese an Einnahmen erzielt, muss sie nicht versteuern. Spenden an die Stiftung dürfen steuerlich geltend gemacht werden. Als Stifterin bestimmt allein Friede Springer, welche Bereiche gefördert werden und welche nicht. Die Macht einer der Reichsten des Landes würde also drastisch zunehmen. Schon heute lenkt Friede Springer zwei gemeinnützige Stiftungen, die Projekte in den Bereichen Wissenschaft, Bildung und Medizin unterstützen. Die Hamburger Professorin Birgit Weitemeyer, Expertin für Stiftungsrecht, sieht den Trend, dass immer mehr Unternehmen ganz oder teilweise von gemeinnützigen Stiftungen beherrscht werden, mit Sorge. Mehr dazu in: „Scheinheilige Stifter“, Seite 138.