Keine Transparenz: Die Stiftungen der Hamburger Multimillionärsfamilie Greve

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Sie finanzierten die beiden Flügelbauten am Hauptgebäude der Universität Hamburg. Sie förderten die Akademie der Wissenschaften Hamburg. Sie spendeten für die Elbphilharmonie, für Stiftungsprofessuren und  vergeben Stipendien. „Große und großzügige Förderer von Wissenschaft, Kunst und Kultur“ nannte sie Olaf Scholz (SPD), Hamburgs Erster Bürgermeister. Gemeint sind der jüngst verstorbene Bauunternehmer Helmut Greve und dessen Frau Hannelore. Auf 800 Millionen Euro schätzt das Manager-Magazin das aktuelle Vermögen der Greve-Familie. Wenn es um Spenden und Fördern ging, bedienen sich die Greves vor allem zweier Stiftungen – der „Hannelore-und-Helmut-Greve-Stiftung für Kultur und Wissenschaften“ und der „Hamburgischen Stiftung für Wissenschaften, Entwicklung und Kultur Helmut und Hannelore Greve“. Sie dürften zu den mächtigsten Stiftungen Hamburgs gehören – und zu den geheimnisvollsten. Denn von Transparenz schien Stifter Helmut Greve, der seit 2000 den Ehrentitel Professor trug, wenig zu halten. Eine Stiftungshomepage gibt es nicht. Im Internet finde ich lediglich eine Hamburger Anschrift und die Telefonnummer 040/27890-0. „Vermögensverwaltung Professor Greve“, meldet sich eine Frauenstimme. Anfragen an die Stiftungen solle ich an den Stiftungsgeschäftsführer richten, erfahre ich. Der heißt Professor Heimo Reinitzer, bis 2013 Präsident der Akademie der Wissenschaften Hamburg. Doch Professor Reinitzer antwortet über Monate lang nicht auf meine E-Mail-Anfrage. Ich möchte wissen, wie hoch die Einnahmen und Ausgaben der „Stiftung für Wissenschaften, Entwicklung und Kultur Helmut und Hannelore Greve“ sind. Wie groß deren Vermögen ist. Wer in den Stiftungsorganen mitarbeitet. Gibt es einen Jahresbericht? Zahlen die Greve-Unternehmen etwa steuermindernd hohe Spendenbeträge an die Greve-Stiftungen? Schließlich erreiche ich Professor Reinitzer per Telefon. Er habe meine E-Mail-Anfrage erhalten, sagt er. Jedoch: „Wir geben keinerlei Auskunft über unsere Stiftungen.“ (Foto: Die  „AlsterCity“ in der Hamburger Osterbekstrasse, erbaut von Greve. Auch die Greve-Stiftungen haben hier ihre Postanschrift.)